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SUGAR GUN

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kapitel1

Es konnte nur ein Autounfall sein, durch den Annika und Thomas sich kennen lernen. Sie hätte mit diesem eingebildeten Fatzke – obschon er etwas interessantes an sich hat – nur aus Höflichkeit ein paar Worte gewechselt. Dazu wäre es aber nie gekommen, denn der überzeugte Single Thomas hätte auf der Jagd nach seinem nächsten Liebesabenteuer die im Vergleich zu Sugar Gun eher unscheinbar wirkende Annika kaum bemerkt.

Aber jetzt stehen sie vor ihren verbeulten Autos und müssen zwangsläufig miteinander reden. Sie von der Arbeit kommend und sich nach einem entspannenden Bad sehnend, jetzt aber mit dem Schrecken des Unfalls in den Gliedern; er von einem Liebesabenteuer kommend, mit einer neuen Idee für sein Computerspiel 'Sugar Gun 2' im Kopf und kreativem Schub, aus dem er jetzt unsanft gerissen wird.

Während sie also auf die Polizei warten, die Annika trotz geringer Blechschäden in ihrer überkorrekten Art gerufen hat, verfällt Thomas in Spott über ihr offensichtlich all zu bürgerliches Leben und redet überzeugt von seinem, dem einzig wahren Weg: Sich niemals binden oder binden lassen!

Und in dem Augenblick, wenn das Protokoll aufgenommen ist und diese zwei Menschen den einen Punkt verlassen, an dem sie aufeinandergetroffen sind, könnte diese Geschichte wie viele unerzählte Begegnungen bereits vorbei sein. Aber halt, da war doch was? Thomas wird sich also niemals fest binden und ist genau deshalb glücklich? Und Annika kann nur zufrieden sein, so lange ihr Leben auf Sicherheit gebaut und in einem festen Rahmen verläuft? Es wäre unverzeihlich, wenn dieser Mann und diese Frau mit ihren so gegensätzlichen Charakteren und Einstellungen nicht noch einmal zusammentreffen sollten.

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